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17/09/2008  -  Frühe Demenz geht oft auf Autoimmunerkrankungen zurück
Eine Demenz, die bei Menschen unter 45 auftritt, wird häufig durch degenerative, Stoffwechsel- oder Autoimmunerkrankungen ausgelöst. Dies berichtete Dr. Brendan Kelley von der Mayo Clinic in Rochester, Minnesota, auf dem diesjährigen Kongress der American Academy of Neurology in Chicago.

Kelley und Kollegen hatten die Datenbank der Mayo-Klinik nach Patienten durchforstet, die im Alter zwischen 17 und 45 Jahren eine Demenz entwickelt hatten, die nicht auf ein Trauma, Infektionen des Gehirns oder mentale Retardation zurückzuführen war. Dabei stießen sie auf 235 solche Patienten, die zwischen 1996 und 2006 behandelt worden waren. Das durchschnittliche Alter bei Ausbruch der Demenz betrug 34,7 Jahre.

"Neurodegenerative Ursachen waren für 29,8 Prozent der Demenzerkrankungen in der Studiengruppe verantwortlich, eine frontotemporale Demenz trat in 13,2 Prozent der Fälle auf, eine Alzheimer-Demenz fanden wir in weniger als einem Prozent", berichtete Kelley.

Dafür waren autoimmun-entzündliche Prozesse, darunter auch Multiple Sklerose, für 21,2 Prozent der Demenzfälle verantwortlich. Angeborene Stoffwechselstörungen identifizierten die Forscher bei 10,6 Prozent der Patienten. Bei 44 Patienten (18,7 Prozent) blieb die Ursache der Demenz trotz intensiver Untersuchungen unklar, sagte Kelley.

Angeborene Stoffwechselstörungen waren vor allem bei Patienten, deren Demenzsymptome vor dem 30. Lebensjahr aufgetreten waren, häufig. Neurodegenerative Ursachen fanden sich häufig bei Demenzerkrankungen, die nach dem 35. Lebensjahr entdeckt wurden.

"Einige der wichtigen Ursachen wie Lupus, Stoffwechselerkrankungen, Chorea Huntington und andere können schon bei kleinen Kindern auftreten?, sagte Kelley gegenüber Reuters Health. "Nur vier der 235 Patienten unserer Studiengruppe entwickelten eine Demenz vom Alzheimer-Typ."

"Es ist wichtig, die Aufmerksamkeit dafür zu steigern, dass Demenz auch bei jungen Menschen auftreten kann und auftritt?, fuhr Kelley fort. "Das sollten vor allem soziale Dienste und andere Hilfseinrichtungen wissen."

"Die Symptome junger Patienten haben einen eher neuropsychiatrischen Fokus mit einer Vielzahl psychiatrischer Merkmale?, sagte er. Diese Patienten könnten fehldiagnostiziert werden, beispielsweise auf eine Schizophrenie.

Die Ursachen der Demenz im jungen Alter seien häufiger erblich oder genetisch bedingt als bei älteren Patienten mit Demenz. "Wir versuchen nun herauszufinden, welche klinischen Merkmale typisch sind, ... auf welche klinischen Merkmale wir uns konzentrieren müssen", sagte Kelley. "Dies ist eine einzelne Erkrankung mit vielen zugrunde liegenden Ursachen. Die Behandlung der Ursachen könnte in gewissem Umfang auch die Erkrankung beeinflussen."

Bild: fotolia.de, fux

Redaktion und Copyright: MedCon Health Contents AG 2008

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