26/05/2010
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Welt-Hepatitis-Tag am 19. Mai: Chronische Hepatitis C häufig unterschätzt
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Neuss - Am 19. Mai 2010 ist der internationale Welt-Hepatitis-Tag. Die meist chronisch verlaufende Hepatitis C ist in der Vergangenheit oft vernachlässigt worden - denn bis heute gibt es weder einen wirksamen Impfstoff, noch eine ausreichend potente Therapie gegen das Virus, dessen Folgen gravierend sind. Leberzirrhose und Leberkrebs sind schwerwiegende, potenziell tödliche Komplikationen einer chronischen Infektion mit dem Hepatitis C-Virus (HCV). Die WHO spricht von einer viralen Zeitbombe, da die Komplikationen der Erkrankung meist erst nach vielen Jahren auftreten. Für die Patienten bedeutet das individuell eine große Bürde, für das Gesundheitswesen eine schwer kalkulierbare Kostenlawine. Dabei gilt Hepatitis C grundsätzlich als heilbar. Doch selbst bei vorliegender Diagnose bleibt die Krankheit häufig unbehandelt. Die bisherige Standardtherapie kann etwa nur jedem zweiten Patienten nachhaltig helfen. Neue Therapieoptionen wie Proteasehemmer sind in der Entwicklung.
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Etwa 170 Millionen Menschen weltweit sind derzeit mit HCV infiziert. Schätzungen zufolge kann die Anzahl der infizierten Menschen aufgrund der hohen Dunkelziffer noch deutlich höher liegen. "Deshalb und angesichts der schweren Folgekomplikationen ist die chronische Hepatitis C aus medizinischem und volkswirtschaftlichem Blickwinkel von sehr viel höherer Relevanz als etwa die HIV-Infektion", machte Professor Dr. Michael Manns, Hepatitis-Experte der Universität Hannover, bei einem von Janssen-Cilag initiierten Hepatitis C-Workshop in London deutlich. Zum Vergleich: Etwa 33 Millionen Menschen weltweit leben mit HIV.
Chronische Hepatitis C: Prinzipiell heilbar
Anders als die meisten chronischen Infektionen ist die chronische Hepatitis C prinzipiell heilbar. Das liegt nach den Worten von Prof. Dr. Fabien Zoulim, Lyon, vor allem daran, dass es sich beim HC-Virus um ein RNA-Virus handelt, welches nicht in den Zellkern seiner Wirtszellen gelangt. Die Vermehrung (Replikation) erfolgt unter tätiger Mithilfe verschiedener Enzyme, insbesondere Proteasen und Polymerasen. Deshalb lässt sich die Virusreplikation durch die Blockade dieser Enzyme unterbinden.
Nur jede vierte Infektion adäquat diagnostiziert
In Deutschland wird eine Infektion mit dem erst 1989 entdeckten Hepatitis C-Virus bislang nur bei etwa jedem vierten Betroffenen erkannt. Denn vielfach verläuft die Infektion zunächst gänzlich ohne Symptome oder aber die Patienten leiden an eher milden uncharakteristischen Beschwerden wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, leichtem Fieber etc. Anlass zur weiteren diagnostischen Abklärung sollte vor allem ein Anstieg der Leberenzyme geben.
Schwere Folgeschäden nach Jahrzehnten
Bei etwa 75 Prozent der HCV-Infizierten wird die Infektion chronisch. Nach Jahren und Jahrzehnten drohen Patienten mit chronischer Hepatitis C schwere Folgeschäden an der Leber. Dazu zählen ein bindegewebiger Umbau der Leber bis hin zur Leberzirrhose und die Entstehung eines Leberzellkarzinoms. Aufgrund der langen Latenz beobachtet man in den letzten Jahren trotz einer abnehmenden Zahl von Neuinfektionen eine höhere Mortalität. Etwa die Hälfte aller Lebertransplantationen gehen heute auf das Konto einer durch Viren - insbesondere durch HCV - bedingten Leberinfektion. Auch fördert das Hepatitis C-Virus die Entstehung weiterer Erkrankungen, wie z.B. Diabetes mellitus oder bestimmte Krebsarten.
Proteasehemmer erhöhen Erfolgschancen
Individuelle Risikofaktoren und der Genotyp des Erregers entscheiden maßgeblich über die Erfolgschancen einer antiviralen Therapie. Eine ungünstige Prognose hat Genotyp 1, der in Europa und Nordamerika für etwa 60 Prozent der HCV-Infektionen verantwortlich zeichnet. Mit der bisherigen Standardtherapie bestehend aus pegyliertem Interferon alpha plus Ribavirin gelingt es hier nur bei etwa 40 - 50 Prozent der Patienten, die Viruslast dauerhaft unter die Nachweisgrenze zu senken. Diese gelten als geheilt. Bei den Genotypen 2 und 3 sind die Erfolgsraten deutlich höher. Sprechen Patienten mit chronischer HCV-Infektion nicht auf die bisherige Standardtherapie an, gibt es derzeit quasi keine therapeutische Alternative. Das könnte sich nach Einschätzung von Manns bald ändern. Mit so genannten Proteaseinhibitoren befinden sich inzwischen Medikamente in der Entwicklung, die auch Patienten, die auf eine konventionelle Behandlung nicht angesprochen haben, noch eine gute Chance auf eine dauerhafte Viruselimination und damit auf Heilung eröffnen. An die Entwicklung und Markteinführung neuer antiviraler Medikamente wie Protease- und Polymerasehemmer knüpft sich nicht zuletzt auch die Hoffnung, die Behandlungsdauer verkürzen zu können und somit die Therapie für die Patienten zu vereinfachen, sowie die Therapietreue zu fördern
Quelle: Tibotec a division of Janssen-Cilag
Der Wirkstoff Telaprevir ist bislang in Deutschland nicht zugelassen.

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Über die Janssen-Cilag GmbH
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